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Das Haus im Wald.

"Weißt du wer ich bin? Weißt du wer ich war? Bettler oder Königin?" 

 

Die Schatten fallen auf den Weg. Zucken hektisch hin und her. Werfen sich in stummen Qualen von der einen auf die andere Seite.

Der Pfad verschlungen, die Bäume dämpfen die Geräusche des Lebens. Sie würden nicht hierher passen. Das Leben war hier nicht willkommen. Selbst das tote Laub unter meinen Füßen weigerte sich zu knirschen.

Die Stille ist erdrückend und allgegenwärtig. Jeder der hierher kommt weiß, dass er hier nicht finden wird, was er zu finden hofft. Und doch stehe ich hier und entferne mich mit jedem Schritt weiter vom hellen Lachen der Menschen.

Der Nebel umfasst meine Knöchel, traut sich noch nicht weiter hinauf. Will mir nicht die Sicht nehmen. Ich soll sehen wohin mein Weg mich führt.

Das Atmen fällt hier schwerer. Die Luft ist anders. Voller Wehmut und Enttäuschung. Schwer verdaulich.

Kurz vor der Biegung zieht sich das Herz zusammen. Es ist noch nicht zu spät. Der Rückweg wäre nicht lang. Doch unter den Augen der Vergangenheit regt sich der Trotz. Ein Rückzug wäre feige. Ein letzter tiefer Atemzug und die Stille dringt auch in den Körper ein. Der Herzschlag langsam und gleichmäßig, der Atem ruhig und gefasst.

Ein wenig Wind kommt auf. Gerade stark genug um die schwitzigen Hände zu trocknen. Ein Friedensangebot? Wir wissen beide, dass ich nicht in diesen Teil des Waldes gehöre und doch, dass ich hier sein muss um die fehlenden Teile nach Hause zu holen.

Ich weiß nicht wieso, doch ich glaube vor langer Zeit war ich ein Teil von hier. Habe in den dunklen Schatten zwischen den alten Eschen gelebt. Und dieses Gefühl weckt meinen Fluchtinstinkt. Doch für eine Flucht bin ich zu stolz. Was ich empfinde ist nicht meine Wahrheit. Diese Wahrheit gehört in die Vergangenheit, in die vielen Jahre vor meiner Zeit.

Der Mut ist gefasst, die nächsten Schritte werden energischer. Obwohl die Sonne hier nie scheint, kneife ich wie geblendet die Augen zu als ich um die Biegung komme.

Nun kann ich es sehen. Vor mir thront das dunkle Gemäuer im Wald. Noch einmal wird der Mut zusammen genommen und ich setzte mich auf dem Pfad Richtung Vergangenheit wieder in Bewegung.

Die leeren Fenster, verdunkelt und trüb starren mir entgegen. Anklagend klappern die Fensterläden im Wind. Muskeln verkrampfen sich. Weiter geht es einfach nicht. Doch wie von selbst öffnet sich das niedrige Tor. Das Quietschen der Scharniere klingt wie hämisches Gelächter. „Willkommen Zuhause. Du bist spät!“

Die Geister der vergangenen Tage rücken näher, ziehen ihre Kreise enger. Warten auf das Einverständnis sich auf mich stürzen zu dürfen. Um mich für Sünden zu bestrafen die ein anderer begangen hat. Doch etwas hält sie zurück.

Ich schließe das Tor hinter mir. Wann bin ich hindurch gegangen?

Ein tiefer Atemzug. Die Luft staubig und alt, verklebt meinen Geist. Gedanken müssen durch ein Meer aus Anklagen: „Du bist zu spät!“

Der Blick schweift über die niedrigen Steine. Vergessene Grabsteine. Zurückgelassen um den Toten ihre Ruhe zu gewähren. Was ist hier geschehen? Gab es überhaupt einmal Leben in diesem Teil des Waldes?

Der Nebel folgt mir nicht. Er wartet vor dem Tor, wenn ich jetzt zurück gehe werde ich mich sicher verlaufen. Ein kurzes abwägen der Möglichkeiten. Doch die vor mir liegende, verriegelte Tür strahlt eine Verlockung aus, der ich nicht wiederstehen kann. Vorsichtig legen sich die Finger um das kalte Metal des Türknaufes. Eine böse Vorahnung nistet sich unter meinem Herzen ein. Es ist nicht richtig hier zu sein. Doch anstatt die Finger zu lösen, krampft sich die Hand weiter um den Knauf und zieht und drückt. Panik steigt auf. Unbegründet. Die Tür schwingt schabend nach innen auf. Nichts passiert. Kein namenloses Übel springt aus dem Inneren mir entgegen. Doch trotzdem zuckt die Vorahnung wie ein Tier unter meinem Herzen. Gefahr ist nahe.

Das Innere getränkt in diffuses Licht. Mir wird noch kälter. Ich gehöre nicht mehr hier her. Mein Herz schreit eine Warnung, der Verstand stellt sich taub. Nur ein altes Haus. Was soll schon geschehen? Ich versuche schon so lange die fehlenden Teile zu finden, bin mir sicher hier zu finden was ich brauche. Das was das große, fremde in mir mit dem Rest verbinden kann.

Ich weiß, dass da etwas in mir ist. Ich glaube es ist sehr alt, doch dem großen Ganzen meiner Selbst sehr ähnlich. Der Glaube daran hier etwas zu finden was die alte, einsame Insel in mir mit dem Festland verbinden kann ist stark und tief verwurzelt. Und doch. Die Angst kriecht in die Knochen. Lähmt das Herz, verkrampft die Muskeln. Der Puls rast. Die Vorahnung schnurrt und wächst.

Zitternd wandert der Blick über Unrat, Staub und Dreck. Dieses Haus wurde vor vielen Jahren in aller Eile verlassen. Zurückgelassen.

Angst und Trauer sickern aus den Wänden, kriechen über den Boden auf mich zu. Kleben meine Füße am Boden fest. Alles dreht sich um mich, muss mich abstutzen. Die bröckelige Wand unter meinen Händen fühlt sich an als wäre sie einmal lebendig gewesen. Das Kribbeln unter meiner Hand fühlt sich an wie ein fremder Herzschlag. Mein Puls rast noch schneller, pocht gegen meiner Haut als würde er etwas abwehren wollen. Die Nerven sind zum zerreißen gespannt. Ich höre sie vor Anstrengung stöhnen als ich meine Hand wieder von der Wand nehme um aus eigener Kraft zu stehen. Ich hinterlasse einen Abdruck. Deutlich zeichnet sich meine Hand auf den kalten, grauen Steinen ab. Doch je angestrengter ich hinsehe, desto mehr habe ich das Gefühl etwas lebendiges zu betrachten. Die Sicht verdreht und verzerrt sich... windet und verändert sich gänzlich. Nicht ein Abdruck, Hunderte. An jeder Wand. Überall. Wie kann das sein?

Wie ein eingesperrtes Tier tobt die Vorahnung unter meinem Herzen, zieht und zerrt daran. Will mich dazu bringen auf sie zu hören und zufliehen.

Leicht streichen meine Finger über die alten verblassten Handabdrücke. Gedankenfetzen schießen durch mich hindurch. Doch es sind nicht meine Erinnerungen und Gedanken. Die Angst wird unerträglich. Ich drehe mich um, will zurück zur Tür, doch mein Blick fällt auf etwas am Boden. Die Neugierde siegt, langsam strecke ich die Hand aus. Die Vorahnung versetzt meinem Herz einen Tritt doch es ist zu spät.

Der Spiegel liegt schwer in meiner Hand. Ein Blick hinein, alles ergibt Sinn.

Zu naiv, hätte nie hierher kommen dürfen. Ich hatte Recht, etwas altes wohnt in mir. Doch auch wenn es mir so ähnlich war gehört es doch nicht zu mir. Es war nur da, damit ich es hierher bringen konnte. Ich hätte es nicht tun dürfen, doch nun war es zu spät.

Es gab keine Teile die ich nach Hause holen musste. Ich habe etwas hierher zurück gebracht.

Die alte Seele kehrt nach Hause zurück... der Körper stirbt vor Angst.

26.2.09 18:12


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Giganten.

Ein warmes Gefühl pulsiert im Blutkreislauf. Vom Herz in alle Winkel. Verteilt sich langsam, durchdringt und verschmilzt mit allem. Gleichmäßiges Pochen gerät nicht mehr schmerzhaft ins Stocken. Etwas sammelt sich im Inneren.

Willst es in die Welt herrausschreien und doch für dich allein behalten. Für immer behalten. Wächst immer weiter.

Brennen hinter den Augen. Warum? Ist doch gut, alles ist gut. Wieder gut. Wird immer besser. Erleichterung und Anspannung. Willst es ein Stück von dir schieben um es genau betrachten zu können, doch kannst dich nicht davon lösen.

Ungläubig erstarrt. Zuviel Glück. Das warme Gefühl heilt die vereisten Stellen. So lange. Immer daran geglaubt. Nie wieder träumen. Die Realität ist gut genug. Sogar besser.

Das große Zittern lässt nicht locker. Das Herz tanzt dazu eine Melodie. Der Takt wird immer schneller. Das Glück pulsiert unter der Haut, hinter den Augen und unter den Worten.

Die Drachenschnur, repariert und funktionstüchtig. Lass mich fliegen.

24.2.09 18:20


Das Regal im Keller.

Mein größter Schatz?

Hmm das ist schwer zu erklären, aber ich kann es dir zeigen. Komm mit. Es ist nicht sehr weit. Nur die paar Stufen da vorne hinab. Ja ich weiß, dass es dunkel ist, aber halte dich nur an mir fest. Hier kann ich mich nicht verlaufen. Diesen Weg bin ich oft genug gegangen. Lass meine hand nicht los, du findest hier ohne mich nicht mehr hinaus!

Dahinten! Siehst du das zuckende Licht am Ende des Ganges? Da müssen wir hin.

Die Tür klemmt manchmal, aber egal wie lange es dauert. Sie hat sich noch immer für mich geöffnet.

Wo wir hier sind? Na im Keller meines Herzens, was denkst du denn? Ja ich weiß, es ist ein bisschen staubig, aber ich komme nun mal nicht sehr oft hierher.

Die Kerze ist schon fast herunter gebrannt. Beim nächsten Mal werde ich wohl eine neue mitnehmen müssen.

Was hier so Besonderes ist? Na schau dich doch um?! Nein, es sind nicht die Kartons in der Ecke. Das sind nur alte Gedanken, die nicht mehr stimmen. Aber sie waren mal etwas Besonderes und deshalb behalte ich sie. Kann mich einfach nicht von ihnen trennen. Vor allem die kaputte Kiste da vorne, ja genau die mit der Aufschrift ‚Liebe’ Diese Kiste ist mir sehr ans Herz gewachsen. Der Inhalt ist zwar mittlerweile veraltet und defekt, aber auf den Müll kann ich sie immer noch nicht werfen.

Was es denn nun ist? Na da.. direkt zu deiner Linken. Das Regal!

Was daran so besonders ist? Schau doch mal genauer hin. Es ist ein Marmeladenglasregal.

HALT! Nicht anfassen! Die Gläser sind nicht leer. Du kannst ihren Inhalt nur nicht sehen. Aber ich kann dir genau sagen, was sich in ihnen befindet. Ja ich weiß, dass es recht viele sind, aber ich habe ja auch jedes beschriftet, so dass ich nie etwas vom Inhalt vergesse.

Ich komme nur selten her, damit der besondere Zauber nicht verfliegt. Nur wenn es mir schlecht geht, schleiche ich mich in meinen Keller um ein paar Stunden in meinen alten Schätzen zu kramen. Nur solange bis es mir wieder ein wenig besser geht. Hier, in diesem Glas zum Beispiel: Hier habe ich das Gefühl vom weichen Fell meiner Katze unter meinen Fingern, wenn sie sich mal wieder schnurrend zu mir ins Bett legt. Daneben steht ein Glas mit dem Geruch nach entspannten Stunden ohne Zweifel und nagende Fragen. Der Inhalt des extra großen Glases dahinter schmeckt übrigens nach Spaß und Albernheit.

Siehst du all die Etiketten? ‚Geborgenheit, Leidenschaft, Neugierde, Kreativität’? Das sind alles die Grundzutaten aus denen die viel spezielleren Inhalte der Gläser ein Regalbrett weiter oben gemacht worden sind. Die Gläser tragen Namen oder ein Datum. Für die Gedanken an ganz besondere und einmalige Menschen und Ereignisse.

Sie fangen mich auf wenn ich mal wieder falle. Meine ganz besonderen Lieblinge.

Das Glas was etwas abseits steht? Das ohne Staub? Das ist neu, aber es geht dich nichts an wonach es sich anfühlt. Es geht dich nichts an… Auch wenn es deinen Namen trägt.

 

5.2.09 18:20


Bett.Geflüster.

Hand streicht übers Laken. Verräterische Wärme unter den Fingerspitzen.
Für ein paar Stunden war die Vergangenheit fast wieder lebendig. Schwachzeichnen sich ihre Konturen ab, legen sich über die Gegenwart. Die Nacht haucht neuen Atem ein.
Gedanken berauscht von süßem Wein. Die Zungen werden schwerer, wohlige Wärme breitet sich aus. Es riecht nach Frieden mit sich selbst, nach den guten Zeiten. Den vergangenen Zeiten.
Gedanken kreisen, drehen sich im Takt der Musik. Geflüsterte Worte, leicht und vergänglich - allgemein und bedeutungsschwer. Schweben einen Moment, legen sich staubig auf die Haut und hinterlassen Spuren. Das wahre Wesen offenbart sich in solchen Stunden. Nur dann sind die verschlossenen Tore geöffnet.
Das Laken wird kühler, die Konturen verblassen.
Die Stimmen wurden leiser, die Gedanken langsamer. Musik durchdringt und versickert. Der Atem wird ruhiger. Stille kehrt ein. Die Wärme schwemmt den Geist davon.
Ein letztes Mal streichen Finger übers kalte Laken.
Gedanken werden verboten, Gläser werden gespült. Es kann nicht mehr lange dauern. Dann vergeht mit der Wärme auch der wunderbare Geruch, das Flüstern und das Lachen.
Doch es wird nicht für immer gegangen sein. Es wird wiederkommen.
31.1.09 10:47


Eis im Herzen.

Dunkle Knochenkatze schleicht durchs Verborgene.
Finde die richtigen Worte aber nicht ihre Reihenfolge. Schwarzes Feuer brennt dicht unter meiner Haut. Es ist meine Schuld?
Ich höre die Glocken... rühren an etwas in meinem Herzen. Kann mich nicht erinnern. Meine Schuld!
Schlaf näht mir die Lider zu. Doch ich bin nicht blind. Ich sehe durch die Augen der Nacht. Zurückgelassen um vergessen zu werden. Lautlose Schreie zerreißen die weiße Stille. Ungehört.
Du wirst schreiend sterben doch man hört dich nicht.
Meine Schuhe füllen sich mit Blut. Flucht ist ausgeschlossen. Geflügelte Wesen; der Nacht entgeht nichts. Das Rauschen der Zweige, Gras im Wind.
Gelogener Frieden. Belauert von allen Seiten. Siehst nicht was sie sehen.
Flammendes Haar im Traum begegnet. Kann mich nicht erinnern. Mein Name klingt falsch auf ihren Lippen. Blut im Schuh.
Die Boote legen ab. Zurück gelassen um alleine zu sterben.
Das Glimmen der Nacht, Stille zerrissen durch Flügelschläge. Kannst nicht entkommen. Ihre Krallen schlagen Wunden ins Fleisch.
Das Schnurren der knochenkatze verheißt nichts Gutes. Das Feuer erlischt, die Flamme springt über. Nicht aufzuhalten.
Etwas namenloses regt sich in meinem Herzen. Kribbeln auf der Haut. Der Wunsch das es aufhört. Musst nur die Reihenfolge finden... wenn nur die Glocken nicht wären!
Lange Haare aus dem Grab schlingen sich um meinen Hals. Mir fehlt die Antwort.
Die Nacht wird in mein Herz gepflanzt.
Das Zwinkern verrät sie. Unsicherheit.
Meine Ängste sammeln sich in Tränen. ich lasse sie frei. Dunkelheit verschlingt und lässt sie wahr werden. Zu meiner Linken sitzt das Chaos. Eine Rose im schwarzen Ozean. ich drehe mich nicht um.
Weiß was hinter mir liegt. In der Hand der Schlüssel zu einem verlorenen Königreich. Zerbrochen an sich selbst.
Knochen schmelzen unaufhaltsam. Verliere die Form, den Verstand.
Das Leben schwindet.
In der Dunkelheit setzt sie zum Sprung an. Ihr Grinsen, ein Halbmond in der Schwärze.
Die Knochenkatze wittert den Sieg.
29.1.09 06:05


Nach dem Feuer durch die Asche.

Sie hat von ihm geträumt.

Er hat ihr den Becher gereicht. Die klare Flüssigkeit schmeckte nach all den herrlichen Dingen die keinen Geschmack haben - nach Sonnenschein und faulen Nachmittagen, nach ehrlichem Lachen und schmerzlich wahren Küssen, nach zerfließenden Abendstunden und nach warmen Brisen. Nach Umarmung, Geborgenheit und gefährlicher Verheißung.

Sie trank alles aus.

Sie lachten und tanzten, bis es ihr egal war, weshalb sie sich Sorgen machte.

Sie vergaß, dass sie nun verloren war.

Sie erinnerte sich noch lange an den Geschmack von Sonnenschein, an die Sonnenstrahlen die sie gewärmt hatten als sie in sein Gesicht sah. Wärme regnete auf sie herab, als fielen Sonnenstrahlen aus seinen Haaren, die sich langsam über sie ergoßen wie warmer Honig.
Er küsste sie mit geöffneten Lippen. Es war wie Sonnenschein zu schlucken, wie dieses wohlige Gefühl von zuvielen Stunden am Strand.
Jeder Zentimeter ihres Körpers brannte, als wäre sie nichts weiter als eine Eisskulptur, die in der Sonne dahinschmolz.
Ihr Eis stemmte sich gegen diese Wärme und hüllte sie beide in einen Schneesturm.
'Ich liebe dich'. Sie sagte es nicht, diesmal nicht. Diesmal stand sie ihm ebenbürtig gegenüber; sie würde dieses Gleichgewicht nicht gefährden, in der Hoffnung, dass er die Worte sagte, die all die Zweifel in ihr zum Schweigen bringen würde.

Sie erwacht. Der Traum ist vorbei... Es ist immer derselbe. Sie friert. Der Winter ist wieder zurück.
24.1.09 23:16


Porzellan.

Staub legt sich auf die Haut. Die Augen werden matt. Keine Bewegung. Die Nadel und den Faden in der linken Hand. Sie wartet das er kommt und das Herz wieder zusammen näht. Staub lässt die Haut grau werden. Sie wartet.

Er hat gesagt alles wird gut, also wartet sie. Mit Nadel und Faden, vorbereitet.. auf das er aus den gebrochenen Teilen wieder eins formt.

Auch wenn der Staub die Augen trübt. Denn er hat gesagt es wird alles gut.

Doch niemand wird die Puppe im Wald finden. Denn niemand vermisst sie. Doch sie wartet mit einem Lächeln im Gesicht. Sie will so gerne wieder nach Hause. Sie denkt, dass bald jemand kommt und sich zu ihr legen wird. Ihr den Staub von den Augen wischt und sie nach Hause holt.

Doch sie ist kein Phoenix. Sie wird für immer Asche sein und niemand wird ihr Herz zusammen nähen. Denn niemand vermisst die Puppe im Wald.

Die Stille kann sie nicht hören. Denn in ihren Ohren klingt das Lachen der vergangenen Tage und sie denkt es wäre ganz nah.

Bald wird sie wieder ein Teil davon sein, wenn er kommt und ihr den Staub von den Augen wischt.

Sie merkt nicht wie ihr Herz nicht weiter schlägt. Sie ist nur eine Puppe… hat es das je? Gab es jemals etwas anderes als Staub in ihrer Welt? Das erinnern fällt schwer. Wofür war die Nadel? Wofür der Faden?

Ein Geräusch im Dunkeln und alles ist wieder da. Wie konnte sie nur fast vergessen worauf sie wartet? Wie konnte sie wenn es doch so weh tut?

Noch einmal legt sich die Nacht über sie. Sie wird weiter warten.. und nicht vermisst werden.

11.1.09 02:21


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